Pater Gerhards Rundschreiben

Gottes Segen zur Weihnacht und im Neuen Jahr 1996!

Liebe Verwandte, Bekannte und Freunde,

Mach's wie Gott: Werde Mensch! Mensch zu sein ist ja wahrhaftig nicht einfach. Das Allzumenschliche beeintr�chtigt unsere Menschlichkeit, denn wo Menschen sind, da menschelt es. Menschenskind, wie menschenunw�rdig ist doch oft des Menschen Werk! Seit Menschengedenken tun Menschen alles Menschenm�gliche, das Menschengeschlecht zu entmenschlichen. Ein Unmensch ist, wen Menschengeist zum Menschenfeind gemacht. Hoffentlich bewirkt diese d�stere Betrachtung des Menschseins keine Menschenverachtung! Aber wenn wir Menschen vom Menschlichen sprechen, dann sind wir selten menschenfreundlich. Keine Menschenseele kann das ertragen! Leider hat meine menschliche Wortspielerei einen ernsten Hintergrund. Es ist viel Wahres dran, und wie oft klagen wir nicht dar�ber, wie unmenschlich Menschen zu Menschen sein k�nnen. Der Liebe Gott hat sich ganz schrecklich in die Nesseln gesetzt, als er selber Mensch wurde, aber nicht, weil ihm ein Fehler unterlaufen w�re, und er sich dann wunderte, wo er denn da hingeraten sei. Nein, Gott wu�te genau um die Gottverlassenheit des Menschen. Und weil er das Meisterst�ck seiner Sch�pfung sich selbst �hnlich gemacht hatte, weil er ihm sich selbst, die g�ttliche Liebe, die Gott selbst ist, einerschaffen hatte, ist der Mensch nur dann Mensch, wenn er mit Gott, der Liebe ist, eins ist. Wer lieb-los ist, der bringt sich selbst in die Gottverlassenheit, und ohne Gott wird der Mensch zum Unmensch. Deshalb wurde Gott selber Mensch, damit er uns seine g�ttliche Liebe wieder neu schenken kann, wenn wir sie in der Vergebung der S�nden annehmen. Das wahrhaft Menschliche, was uns Menschen erst zum Menschen macht, zur Krone der g�ttlichen Sch�pfung, ist Gott selbst, die Liebe. Darum wurde Gott Mensch, um uns Menschen wieder zu wahren Menschen, zu Ebenbildern Gottes zu machen. Das feiern wir an Weihnachten und das w�nsche ich uns allen, da� wir wieder neue Menschen werden im liebenden Einssein mit Gott.

Frohe Weihnachten!

Sicher m�chten Sie auch wissen, wie es um unsere Sozialprojekte steht:

UNSER CARE CENTRE wird Wirklichkeit!!! Die Bauarbeiten sind seit dem 30. Oktober 1995 am Laufen und die Fundamente sind fast fertiggestellt. Ich mu� schon sagen, es ist gro�artig, auf den Fundamenten zu stehen und von der Zukunft zu tr�umen. Wir gehen ihr voll Mut entgegen und �berlegen, wie alles einmal funktionieren wird. Es wird uns noch viele Stunden weiterer Planungen und Entscheidungen und deren Ausf�hrung kosten, bis alles gut l�uft. Die Spendenwerbung wird nat�rlich eine bleibende Aufgabe sein.

UNSER KINDERGARTEN feierte DIE ERSTE "SCHULENTLASSUNG". Am 5. Dezember 1995 haben Thandeka Mathaba, Njabulo Mathaba, Nokukhanya Mthethwa, Mbali Shange, Sandile Khumalo und Sindiswa Malishe ihr Zeugnis der Schulreife erhalten. Wir w�nschen ihnen Gottes Segen f�r ihre weitere Erziehung in der Grundschule. M�ge Er sie leiten und besch�tzen!

UNSER ALTENCLUB FLORIERT. Die Mitglieder unseres Seniorenclubs sch�tzten die gute Unterhaltung und viele Freundschaften sind daraus entstanden. Durch die Gastfreundschaft vieler hiesiger Leute hatten wir viele informative Ausfl�ge und Treffen und viel Spa� dabei. Ein H�hepunkt war der Besuch der Fischz�chterei in Amatikulu. Man hat uns genau erkl�rt, wie die Fische laichen, br�ten und aufgezogen werden. Ich denke nicht, da� einer von uns Ahnung davon hatte, welch spezialisierte Arbeit das ist. Jenny Kirkland zeigte uns, wie arbeitslose Menschen H�te und Matten aus Plastikt�ten herstellen. Diese Produkte werden dann verkauft und so k�nnen sie sich den Lebensunterhalt verdienen. Margaret Hiza gewann den Preis f�r den originellsten Hut bei unserer "Fr�hlings-Hut-Parade". Ihre Tochter Dr. Hiza, unsere hiesige Tier�rztin, brachte ihren Weimaraner "Lothy" mit, als sie zu uns �ber Haustierpflege sprach. Andere Mitglieder gaben uns Vorf�hrungen im Backen, Stricken, H�keln, Sitztanz und Aromatherapie. Bingo ist nat�rlich jederzeit beliebt und unsere Mitglieder wollen oft gar nicht damit aufh�ren. Wir danken Frau Joyce Buss f�r ihre Hilfe als Spielleiterin. Oma Hawthorn schlug vor, da� alle Mitglieder ihre Zeit dazu n�tzen sollten, Handarbeiten zum Verkauf das Jahr �ber herzustellen. Das war ein gro�er Erfolg und wir konnten 613 DM f�r unser Care Centre aufbringen. Ein spezielles Dankesch�n an Oma Hawthorn und alle, die mitgeholfen haben! Sicher haben viele von Ihnen schon Weihnachtskarten bekommen, die von unseren Mitgliedern wiederaufbereitet worden waren. Die war eine weitere gro�e Bem�hung aller, Mittel aufzubringen. Obwohl einige Mitglieder aus Mandeni weggezogen sind, ist unsere Zahl ziemlich konstant geblieben. Hoffentlich bekommen wir im Neuen Jahr weitere Mitglieder. Wir rundeten 1995 mit einer Jahresabschlu�feier ab. Was war das doch f�r ein Fest!

EINE WAHRE GESCHICHTE von Nokuthula Thabethe: Eines sehr hei�en Zululand-Samstagmorgens sa� eine alte Frau unter einem Baum und versuchte etwas K�hlung f�r ihren verbrauchten K�rper zu finden. Sie hatte f�r ihre vielen Kinder und Enkelkinder eingekauft. Sie hatte nur wenige Rand und �berlegte sicherlich, wie sie das Bi�chen Lebensmittel, das sie weit genug entfernt eingekauft hatte, strecken k�nnte, um dem Hunger Herr zu werden. Da kam ein freundliches junges Gesicht, ein junges M�dchen mit einem kleinen Baby, die auch nach einem k�hlen Fleck suchte. Sie setzte sich neben ihr in den Schatten und unterhielt sich mit ihr. Schnell hatten sie sich angefreundet. Da fiel es dem jungen M�dchen pl�tzlich ein, da� sie noch keine Nahrung f�r ihr Baby gekauft hatte. Sie bat die alte Frau, sich kurz um ihre Tochter zu k�mmern, w�hrend sie sich in das Menschengew�hl aufmachte. Sie wollte das Baby wirklich nicht in das hei�e Gesch�ft mitnehmen. Der alten Frau war es nicht eilig, und es machte ihr gar nichts aus, auf die junge Mutter zu warten. Sie wartete ... und wartete. Schlie�lich wurden die L�den geschlossen und die Mutter des h�bschen Babys war nicht zur�ckgekommen. Da ging es der alten Frau auf, da� dieses Kleinkind sozusagen ausgesetzt und ihrer Sorge "anvertraut" worden war. Sie ging zur Polizei, um den Vorfall anzuzeigen und nahm dann das Baby mit nach Hause zu ihrer bereits gro�en Familie um daf�r zu sorgen. Das Baby nahm nicht in dem Ma�e zu, wie es sollte und schien dauernd krank zu sein. Die alte Frau brachte es zum �rtlichen Dispensarium. Das Baby schien unterern�hrt zu sein und wurde deshalb an unser Hungerhilfeprojekt weiterverwiesen. Das Baby wurde untersucht und man fand heraus, da� es H.I.V.-positiv war. Wir unterst�tzten die alte Frau nicht nur mit Nahrung, sondern auch mit Rat und Ermutigung - bis das Baby leider starb. Dies ist sicher ein Beispiel der Liebe Christi, die die alte Frau zeigte.

Unser HUNGERHILFEPROJEKT F�R UNTERERN�HRTE S�UGLINGE UND KLEINKINDER arbeitet seit 1992 und unterst�tzt fehlern�hrte Kinder durch Milch und Brei. Momentan betreuen wir 33 Kinder, davon sieben Zwillingspaare. Alle 14 Tage halten wir Sprechstunden. Jedes Baby bekommt 2 Packungen Milch und zwei Packungen Brei. Jedes Monat werden sie gewogen und auf m�gliche medizinische Probleme untersucht. Den M�ttern raten wir, ihre Kinder so lange als m�glich zu stillen. Wir beraten sie in der rechten Zubereitung der Kindernahrung, �ber das richtige Alter auf feste Kost umzustellen und betonen dabei die Notwendigkeit, im N�hrwert ausgeglichene Kost zu geben. Die M�tter werden auch ermutigt, ihre Kinder zum �rtlichen Dispensarium zu bringen, um sie gegen Kinderl�hmung, Diphtherie, Keuchhusten, Wundstarrkrampf, Masern und Hepatitis B impfen zulassen. Falls Kinder andere Probleme als Ern�hrung haben, verweisen wir sie an andere Dienste weiter, z.B. Leute mit sozialen Problemen an die Sozialarbeiter.

WELT AIDS TAG: Der 1. Dezember 1995 war Welt-AIDS-Tag. Wir versuchten die �rtlichen Gemeinden auf die Gefahr, sich mit dem HIV-Virus zu infizieren, hinzuweisen. Dazu druckten wir mehrere Tausend Handzettel in Zulu und Englisch und verteilten sie an Schulen, vor Gesch�ften und in alle Postf�cher. Wir gaben Poster an die �rtlichen Industriebetriebe aus, damit sie dort an den Schwarzen Brettern ausgeh�ngt werden.

Missionsarbeit ist immer Verk�ndigung der Liebe Gottes in Wort und Tat. Wir danken Ihnen f�r all Ihre Unterst�tzung durch Briefe, Spenden und Mitarbeit. Viel unserer Hilfe w�re nicht m�glich ohne Ihre Hilfe. M�ge Gott es Ihnen reichlich vergelten!

gtl1.gif (24531 Byte)I
Ihr Pater Gerhard


Diese Seite wurde zuletzt am Wednesday, 31. December 2014 19:21:13 ge�ndert.


Weiter zum n�chsten Rundbrief

Zur�ck zur Homepage von Pater Gerhard