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Persönliches Rundschreiben · Personal circular letter

Fasten- und Osterrundschreiben 2025

März/April 2025 · Deutsch
Originalbild des Rundschreibens

Der Flur unseres Hospizes ist mit vom Zulu-Künstler Joel Mbuyisa aus Thombothi-Holz handgeschnitzten Kreuzwegstationen eingesäumt. Damit wollen wir zum Ausdruck bringen, dass uns in den Menschen, die wir dort auf ihrem Kreuzweg begleiten dürfen, Christus begegnet, hat er doch gesagt: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Mt. 25,40)

Wie Veronika Christus das Schweißtuch gereicht hat, so begegnen auch wir in den Schwerkranken dem leidenden Gottesknecht Christus und – wie der Selige Gerhard sagte – wollen wie Veronika daran arbeiten, dieses Leid geringer, dieses Elend erträglicher zu machen.

Wie Simon von Cyrene das Kreuz Christi auf seine eigenen Schultern nahm, so wollen auch wir den Sterbenden ihr Kreuz tragen helfen, wenn wir sie auf ihrem Weg zum Tod begleiten.

Jeden Tag prasseln neue Schreckensmeldungen über die Kriege im Heiligen Land, in der Ukraine und manch anderen Ländern auf uns ein. Gottes Wille ist es, dass jeder Mensch Leben in Fülle hat. (Joh 10,10), aber das Leben wird von einer immer perfekter werdenden Kriegsmaschinerie massenhaft vernichtet.

Da kommt mir die oben abgebildete Kreuzigungs-Szene in den Sinn. Christus, der Urheber des Lebens, durch den alles geschaffen ist, ja der selbst das Leben ist (Joh 14,6), wird auf grausamste Art ermordet. Obwohl Christus schon gekreuzigt ist, und sozusagen nicht mehr weglaufen kann, hält der Peiniger ihn noch an den Armen fest, kniet auf seiner Gürtellinie und würdigt ihn keines Blickes.

Als uns Gott bei unserer Schöpfung den Lebensatem spendete, hat er uns an sich selbst Anteil geschenkt, ja er hat uns wenig geringer gemacht als sich selbst (Psalm 8,6). Diese Gottesebenbildlichkeit ist unsere größte Menschenwürde. Sie besteht darin, dass wir Leben und Liebe empfangen und Leben und Liebe schenken können, bzw. im Klartext, dass wir Gott empfangen und Gott schenken können und dürfen, ja sogar sollen.

Wer Leben vernichtet und wer sich von der Liebe abwendet, der schlägt Christus, die Liebe und das Leben, ans Kreuz. Und dann sagt der Gekreuzigte das Unsagbare über seine Kreuziger: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“ (Luk. 23,34)

In seinem Tod begab sich Christus in das Reich des Todes, und weil Liebe niemals aufhört (1 Kor 13,8), nimmt er – der nicht an die irdischen Dimensionen von Zeit und Raum gebunden ist – alle, die je gestorben waren, alle, die jetzt sterben, und alle, die in aller Zukunft sterben werden, in seiner Auferstehung von den Toten mit sich und schenkt ihnen neues Leben. Die am meisten frohmachende Osterbotschaft für uns ist in meinen Augen: „Ihr seid mit Christus auferweckt.“ (Kol 3,1)

Dieses Neue und Ewige Leben wurde uns in unserer Taufe geschenkt. Weil wir uns aber durch unsere Sündhaftigkeit im Lauf des Lebens immer wieder von Gottes lebensspendender und lebenserhaltender Liebe abwenden, bietet uns Christus ständig die Versöhnung an, begegnete der Auferstandene doch den Aposteln und sagte: „Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen.“ (Joh 20,23)

Ich wünsche uns allen zu Ostern: Wenden wir uns doch von allem ab, was Leben und Liebe gefährdet. Wenden wir uns Gott, dem Inbegriff des Lebens und der Liebe, zu. Lassen wir uns mit Gott versöhnen und leben wir als Ebenbilder Gottes, indem wir unser Leben als Geschenk seiner Liebe verstehen und Christus, der die Liebe und das Leben ist, durch unsere Sorge um das Leben und durch unsere Liebe weiterschenken.

Am Ostermontag werde ich wiederum nach Europa reisen, um vom 22. April bis 4. Juli 2025 meine missionarische Bewusstseinsbildung fortzuführen und um spirituelle und materielle Unterstützung für meine Missionsarbeit als Leiter der südafrikanischen Malteser (=Brotherhood of Blessed Gérard) zu bitten.

Leider sind viele „Spendentöpfe“ auch in Europa wegen der Folgen der Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten sowie von Naturkatastrophen usw. überstrapaziert bzw. leer.Umso dringender bin ich auf das Wohlwollen derjenigen angewiesen, die Mittel und Wege finden können, wie den Menschen geholfen werden kann, die hier in Südafrika auf unsere Hilfe angewiesen sind.

Deshalb bitte ich ganz herzlich darum, von Pfarreien, Vereinen, Gruppen, Schulen, Clubs usw. zu möglichst erfolgversprechenden Terminen (Gottesdienste, Vorträge, Interviews, Wohltätigkeitsveranstaltungen etc.) eingeladen zu werden, und um Vermittlung solcher Gelegenheiten.

Mein Terminkalender ist online einsehbar bei: http://lagleder.net/termine.htm

Ich bin erreichbar über E-Mail: father@bbg.org.za · Handy/WhatsApp: +27 82 492 4043 (in Afrika) und +49 151 1082 1467 (ab 22. April in Europa).

So bleibe ich mit herzlichen Grüßen und den besten Wünschen für eine gesegnete Fastenzeit und ein frohes Osterfest

Herzlichst Dein

Pater Gerhard T. Lagleder OSB