17. Sonntag im Jahreskreis – Lesejahr A
Mahlabathini, 26. Juli 1987
Salomo bat darum, Weisheit zu empfangen, damit er alles
richtig beurteilen könne. Auch uns fehlt jene Weisheit nicht, durch die wir
erkennen können: Wenn wir die Liebe und das Reich Gottes finden, haben wir einen
Schatz gefunden, der alles andere übertrifft. Die heutige heilige Messe feiern
wir mit Freude, weil wir diese Wahrheit erkennen.
Liebe Schwestern und Brüder,
Das Leben wird immer schwieriger, nicht wahr?
Wie viel Geld müssen wir ausgeben, um Lebensmittel und all die anderen
notwendigen Dinge zu bekommen!
Und
doch reicht es immer noch nicht.
Manchmal brauchen wir Kleidung und müssen Dinge reparieren lassen, oder die
Kinder benötigen Geld für die Schule.
Es gibt so viele Gründe, weshalb wir immer wieder bezahlen müssen.
Manchmal wissen wir nicht, woher wir das Geld nehmen sollen, um für das
Notwendige aufzukommen.
Trotzdem bezahlen wir, weil wir diese Dinge brauchen.
Manche von uns zahlen in Raten, weil es nicht anders möglich ist.
Um das Geld zu verdienen, das wir brauchen, arbeiten einige von uns als
Angestellte für andere Menschen.
So verwenden wir einen großen Teil unserer Zeit, Kraft und unseres Geldes
allein darauf, leben zu können – um wenigstens ein einigermaßen menschenwürdiges
Leben zu führen.
Entschuldigt, darf ich euch fragen: Was seid ihr bereit zu tun, um das ewige
Leben zu erlangen und in das Reich Gottes einzugehen?
Ich meine nicht die Kollekte – es sei denn, ihr gehört zu denen, die meinen,
ein paar Cent genügten für die Arbeit der Kirche und für das Reich Gottes.
Auch den Gemeindebeitrag meine ich nicht – es sei denn, ihr gehört zu denen,
die meinen, die Kirche könne die Bedürfnisse der Gemeinde erfüllen, ohne dass
die notwendigen Beiträge geleistet werden.
Nein, ich denke an etwas viel Größeres.
Besonders für wohlhabende Menschen könnte es sehr leicht sein, sich
einzubilden, sie zeigten ihre Hingabe an das Reich Gottes schon dadurch, dass
sie der Kirche Geld geben. Dann könnte jedoch der Eindruck entstehen, als
wollten Menschen lediglich das Geld anderer Leute.
Ich glaube, das Reich Gottes verlangt von uns etwas weit Größeres.
Im Evangelium vergleicht Jesus das Reich Gottes mit einem Schatz und mit
einer kostbaren Perle. Die Menschen geben alles her, was sie besitzen, um sie zu
gewinnen.
Unser Glaube ist nicht einfach eine Frage des Einkaufens dort, wo alles am
billigsten ist.
Gottes Liebe können wir nicht entsprechend der Höhe einer Kollekte, eines
Gemeindebeitrags, unserer Gebete oder unseres Kirchenbesuchs erwerben.
Ist Gott die Quelle und der Herr der Liebe – oder ist er wie ein Hund, der
still wird, sobald man ihm etwas Futter hinwirft?
Gott will nicht unser Geld.
Gott will nicht nur unsere Gebete.
Gott will nicht bloß dieses oder jenes von uns.
Gott will dich
selbst.
Gott will dich ganz!
Gott hat uns nicht bloß dieses oder jenes gegeben.
Vielmehr hat er uns in Jesus Christus sich selbst geschenkt. Christus gab
sich am Kreuz hin und starb, um uns zu retten.
Die Antwort unseres Glaubens besteht darin, dass wir uns Gott hingeben und
unser ganzes Sein immer wieder in seine Hände legen.
Wenn wir für Gott leben, müssen wir unablässig ihn und seinen Willen suchen.
Wenn wir für Gott leben, bemühen wir uns ernsthaft, seine Gebote zu halten,
denn sie zeigen uns den Weg und lehren uns die Liebe.
Wenn wir für Gott leben, tun wir alles in unserer Kraft, damit die Kirche
durch unsere Gaben und durch unseren eigenen Dienst ihren vielfältigen Aufgaben
nachkommen kann.
Der Herr Jesus hat mit seinem Leben bezahlt, damit wir gerettet werden.
Ich glaube, unsere Antwort darf nicht weniger sein als unser ganzes Leben.
Wir sollen unser Leben als Gabe an Gott und an alle Menschen leben, die
unsere Liebe und Hilfe brauchen.
Der Lohn, den Gott uns schenkt, ist nicht nur eine Perle oder ein Schatz in
diesem irdischen Leben, sondern das ewige Leben und Gott selbst.
Amen.