Pater Gerhard Tonque (Clemens) Lagleder OSB

Tagebuch vom 1. Juli - 4. August 2009 (Heimaturlaub)

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Datum

Zeit

Ort

Termin

Juli      
1. - 3.   Haus Werdenfels Heimaturlaubertreffen der Missionare der Diözese Regensburg
3. 8:30 München Gespräch mit Sebastian Bugl, Referat Weltkirche
  10:00 München Interview bei Radio Horeb
  12:00 München Hl. Messe, dann öffentlicher Vortrag
    München Besuch Baron & Baronin Redwitz
4.   St. Ottilien Profeßjubiläum Abt Anselm (Fiecht)
4. 15:15 Erding Malteser Diözesan-Johannisfeier
5. 9:30 Zeilarn Hl. Messe & Treffen mit dem INGEAR- INitiative GEgen ARmut e.V.
6. 13:00 Weiden Pressegespräch mit Herrn Gammanick (Der Neue Tag)
6. 19:30 Weiherhammer Vortrag Lions Club Weiden
 7. 9:00 Augsburg Heimaturlaubertreffen der Missionare
8. 20:00 Hamburg Vortrag Malteser Hilfsdienst
9. - 10.   Garbsen Besuch Diakon & Angelika Müller
10. - 11.   Berlin Besuch Walid & Diane Nakschbandi
11. 18:30 Kaufering Besuch Familie Michael Häußinger
12.   St. Ottilien Teilnahme am Benediktusfest in St. Ottilien
13. 9:50 Fürstenzell Vorträge am Maristen-Gymnasium
13.   Passau Treffen mit Rainer Breinbauer (DGF Malteser Passau)
13. - 14.   Weyregg Besuch Familie Hans Lennkh
14.   München Treffen mit Alfred Spall (Caritas Würzburg)
15. 19:00 Falkenberg Vortrag
16. 19:00 Tann Hl. Messe, anschließend Vortrag
17. 19:00 Luhe Vortrag
18. - 21.   Traunstein Besuch Max & Gabi Rauecker
19.   Altötting Malteser-Wallfahrt
20. 19:00 Traunstein öffentlicher Vortrag: Kulturzentrum
21. 12:00 Regensburg Vortrag Rotary Club Regensburg
21. - 22.   Bach Besuch Irmgard Inwald
22. 7:45 Nabburg Vorträge am Johann Andreas Schmeller Gymnasium
22. 17:00 Vilseck Vortrag und Treffen mit dem Verein "Vilseck gibt Hoffnung e.V."
23. 19:00 Manching Hl. Messe und Vortrag
24. 20:00 Babenhausen Vortrag
25. 11:00 Kaufering Teilnahme an der 25-Jahr-Feier der Malteser im Kreis LL
26. - 31.   Rom Besuch Abtprimas Notker
28. 13:00 Radio Horeb Ausstrahlung des Interviews vom 3. Juli
August      
2. 10:30 Regensburg Hl. Messe in St. Mang / Stadtamhof
3. 19:30 St. Ottilien Vortrag für das Cassianeum
4. 21:55 München Abflug -> Südafrika


1. - 2. Juli 2009: Missionarstreffen der Diözese Regensburg mit Dr. Werner Schrüfer (mit dem ich gemeinsam studiert habe und zum Priester geweiht wurde), Generalvikar Michael Fuchs und Bischof Dr. Gerhard-Ludwig Müller

1. Juli 2009: Stadtrundgang durch Regensburg:


Priesterseminar (in dem ich von 1976 bis 1982 gelebt habe)

Glückliche Reminiszenz: Ich war von 1979 - 1981 1. Vorsitzender des MIZI (Missionszirkel im Priesterseminar Regensburg e.V.)

Stadttheater Früheres Polizeipräsidium


Neupfarrkirche


Dom


St. Johann


Steinerne Brücke mit Salzstadel und "Brückenmännchen"


Historische Wurstküche


3. Juli 2009: Besprechung mit Herrn Bugl, dem Weltkirche-Referatsleiter der Erzdiözese München und Freising im Asam-Haus in der Sendlingerstraße 34 in München


3. Juli 2009: Interview mit Radio Horeb: Das Interview wurde am 28. Juli 2009 um 11°° Uhr unter dem Titel "Mission in Südafrika" ausgestrahlt.


4. Juli 2009: Mitfeier des Goldenen Profeßjubiläums von Abt Anselm Zeller von St. Georgenberg-Fiecht / Österreich in St. Ottilien.


4. Juli 2009: Teilnahme an der Johannisfeier des Malteser Hilfsdienstes in der Erzdiözese München und Freising und am 50-jährigen Jubiläum des Malteser Hilfsdienstes Erding in Erding


Gabriele Rauecker und Graf Metternich


Manfred Schulz


5. Juli 2009: Vortrag und Spendenübergabe beim Verein "INitiative GEgen ARmut" (INGEAR) in Zeilarn.

6. Juli 2009: Besuch in Weiden:


Augustinus-Gymnasium, an dem ich 1974 bis 1976 Schüler war und 1976 Abitur gemacht habe.


Sebastianstraße 22, das ehemalige Bischöfliche Studienseminar, in dem ich von 1974 bis 1976 als Internatsschüler gelebt habe.


7. Juli 2009: Teilnahme am Heimaturlaubertreffen der Missionare in Augsburg


Der Schrein des Hl. Ulrich im Augsburger Dom


8. Juli 2009: Besuch im Hospiz Bruder Gerhard in Hamburg und Vortrag im Gemeindehaus der Heilig-Kreuz-Kirche Volksdorf


9. - 10. Juli 2009: Besuch bei Diakon Thomas und Frau Angelika Müller (die von 2005 bis 2008 als Missionare auf Zeit in Mandeni mitgeholfen haben) in Garbsen und Besuch bei deren Söhnen Christian in Achim und Carsten in Thedinghausen


Ausflug nach Bremen


10. - 11. Juli 2009: Besuch bei Walid und Diane Nakschbandi in Berlin


11. Juli 2009: Besuch mit Renate Dietzel bei Michael, Ingrid, Steffi und Tini Häußinger in Kaufering


12. Juli 2009: Teilnahme am Benediktusfest in St. Ottilien:


Die Brüderblaskapelle

13. Juli 2009: Vorträge am Maristengymnasium in Fürstenzell


Die Landkarte veranschaulicht die geographische Lage des Zululandes


13. - 14. Juli 2009: Besuch bei Hans und Florence Lennkh (mit Tochter Magdalena Sigros mit ihrem Mann Dominique - die ich im vergangenen Jahr getraut habe - und deren Tochter Amelie) in Weyregg/Österreich


Melitensia in der Bibliothek


Blick in die Ordensvitrine



14. - 16. Juli 2009: Besuch bei Familie Alois & Hildegard Lagleder in Geiersberg (dem Stammsitz der Familie Lagleder, wo mein Vater geboren und verstorben ist). Geiersberg ist heute ein bekannter Zuchtbetrieb für Pietrain-Schweine.


Alle Wege führen nach Laglöd (bei Dieterskirchen). Die familieninterne Ahnenforschung ist noch nicht schlüssig, ob von dort unser Familienname "Lagleder" abgeleitet werden könnte.

Besuch in Falkenberg:


Die Pfarrkirche


Gräber meiner Familie am Friedhof


15. Juli 2009: Vortrag in Falkenberg


16. Juli 2009: Hl. Messe und Vortrag in Tann


In der Sakristei: Der Hl. Missionar Franz Xaver tauft einen Afrikaner


17. Juli 2009: Besuch bei Pfarrer Arnold Pirner und Vortrag in Luhe


18. - 21. Juli 2009: Besuch bei Max & Gabi Rauecker in Traunstein


19. Juli 2009: Teilnahme an der Malteser-Wallfahrt nach Altötting

Treffen mit guten Freunden:


dem Fußmaler Günter Holzapfel,


Frau Johanna Magaz von Mundo Compartido,


unserem dedizierten Mitglied Susanne Stauffer und ihren Eltern Hubert und Rosa


21. - 22. Juli 2009: Besuch bei Irmgard & Elisabeth Inwald in Bach


22. Juli 2009: Vorträge am Johann Andreas Schmeller Gymnasium

22. - 23. Juli 2009: Besuch in Vilseck bei Franz-Josef Einhäupl, dem Vorsitzenden des Vereines "Vilseck hilft"

22. Juli 2009:

 
Empfang mit beim Bürgermeister der Stadt Vilseck.


Vortrag und Treffen mit Mitgliedern des Vereines "Vilseck hilft"


Treffen mit Anna & Martine Beierl und Susanne Stauffer


Abendessen bei Familie Einhäupl


23. Juli 2009: Rundgang durch Vilseck


24. Juli 2009: Vortrag in der Pfarrei Babenhausen. Der Vorsitzende des Missionsausschusses und der Pfarrgemeinderats-Vorsitzende übergeben einen Scheck.


25. Juli 2009: 25-Jahr-Feier des Malteser Hilfsdienstes im Landkreis Landsberg am Lech (deren Gründer ich bin) beim Schechenfest in Kaufering.

26. - 31. Juli 2009: Fahrt nach Rom

26. Juli 2009:


Vor der Abreise: Max und Gabi Rauecker, ich und unser Auto


Angekommen in Rom: Ein Obelisk und der Lateran


Sant Anselmo, der Sitz des Abtprimas der Benediktiner


Villa Malta am Aventin: Der berühmte Blick durchs Schlüsselloch auf den Petersdom


Der Petersdom im Abendrot

27. Juli 2009:


Villa Malta (Aventin): Schlüsselloch-Blick am Morgen


Sant Anselmo


Gardino in der Via del Corso, der Hersteller der Insignien und Orden des Malteserordens und anderer Orden

Großmagisterium des Malteserordens in der Via dei Condotti:



Das Wappen des Großmeisters Frà Matthew Festing


Heilige des Malteserordens


Empfangsraum


Gobelin mit einer afrikanischen Szene


Bild des Seligen Gerhard


Arbeitszimmer des Großmeisters

Hauskapelle im Großmagisterium:


Hier wurde am 26. Januar 1938 der Spanische König Juan Carlos I durch den späteren Papst Pius XII (damals Eugen Kardinal Pacelli) getrauft.


Gott Vater (Fresco)



Heilige des Malteserordens


Reliquie des Hl. Johannes des Täufers


Reliquien des Seligen Gerhard


Reliquie des Seligen Peter von Imola


Kopie des "Prager Jesulein"


Der Selige Kaiser Karl


Die Engelsburg


Besuch und Interviews bei Radio Vatikan

Sektion Englisch für Afrika, 7. August 2009 , 17. August 2009 und 21. August 2009
und Deutsche Sektion: 28. August 2009

07/08/2009 17.23.57
Responding to the AIDS problem in kwaZulu-Natal, the Blessed Gerard Care Centre.
 

Today we are going to visit a centre which has developed in response to the problem of AIDS in rural South Africa. The centre is found in KwaZulu-Natal, just over 100 kms north of Durban, in the town of Mandeni, in an area which is said to have the highest rate of AIDS anywhere. Mandeni lies on the trucking route between Durban and Mozambique, a fact that contributed to this high rate of infection.
The Blessed Gerard Centre is named after the founder of the Knights of Malta who have contributed greatly to the construction of the centre through the foundation, Brotherhood of Blessed Gerard, first set up in 1992. The building was opened in 1996 and since then has grown in response to the needs of the people.
Fr. Gerard Lagleder is a Benedictine missionary and it was he together with a local doctor, who saw that something had to be done to help relieve the suffering of the people in Mandeni.
Fr Gerard shared with us about what led him to see the need for the Blessed Gerard Centre.
That was the first part of an interview with Benedictine missionary, Fr. Gerard Lagleder, telling us about the work of the Blessed Gerard Care centre in Mandeni.
If you would like to learn more abut their work you can visit their web site. The address is
www.bbg.org.za
You can contact Fr. Gerard by writing to: fatherbbg.org.za

17/08/2009 10.59.01
Misinformation about HIV AIDS is considered in the second part of our interview about the Blessed Gerard Centre in Mandeni, South Africa.
 

In this second part of our interview with Fr. Gerard Lagleder, we consider what could be done to confront the problem of misinformation about AIDS.
We look at the lives of young women and their babies and how the Blessed Gerard Centre is trying to alleviate their difficulties.

21/08/2009 16.37.03
At the forefront of Anti-retroviral Therapy in South Africa, the Blessed Gerard Care Centre. Part 3.
 

HAART is the name of one of the main projects of South Africa’s Blessed Gerard Care Centre. HAART stands for Highly Active Anti-retroviral Therapy and this particular project is part of one of the world’s largest NGO programmes of this kind and that is the AIDS treatment programme of the Catholic Bishops Conference
of South Africa.
We shall learn more about HAART shortly. First let’s reflect on our interview with Fr. Gerard Lagleder last week on this feature, when he shared about the need to inform people about how HIV AIDS can be transmitted so as to combat misinformation, which as we heard, can lead to the tragic abuse of children.
Traditional healers should learn the truth and help combat misinformation and
we heard that Catholic youth groups and schools are trying to guide the youth with the right information.
Another branch of the Blessed Gerard Care Centre is the Hospice and Fr. Gerard begins today with an outline of their work.
From the work of the Hospice, Fr. Gerard turned to the HAART project, which as we mentioned earlier stands for Highly Active anti Retroviral Therapy.
(interview)
The danger of forgetting to take antiretroviral therapy for just one day, pointed out by Fr. Gerard Lagleder, in this third part of an interview he gave to the Africa Service of VR about the work of the Blessed Gerard Care Centre which is located in Mandeni, South Africa.
To find out more visit their web site, www.bbg.org.za 

28/08/2009 10.39.14
Kampf gegen Aids in Südafrika: „Auch Jesus kämpfte gegen Windmühlen“
 

Prävention und Behandlung: Pater Gerhard Lagleder berichtet von Anti-Aidsprogrammen, von Vorurteilen und sozialen Problemen. Der Missionsbenediktiner aus Regensburg gründete 1992 eine Hilfsorganisation in Südafrika. Birgit Pottler hat ihn getroffen.


Mit zwölf Prozent gehört Südafrika zu den Ländern mit der höchsten HIV/Aids-Rate. Rund sechs der weltweit etwa 33 Millionen infizierten Menschen leben hier. Innerhalb Südafrikas hält die Provinz KwaZulu-Natal mit 36 Prozent den traurigen Rekord. Hier wirkt Pater Gerhard Lagleder, Missionsbenediktiner der Erzabtei St. Ottilien.


Arzt für die Seele
Das Missionarwerden sei ihm in die Wiege gelegt worden, meint der gebürtige Regensburger mit weltlichem Namen Clemens. „Meine Taufpatin und ihr Bruder waren jahrzehntelang Missionare in Südamerika, und das hat mich als kleines Kind immer schon fasziniert.“ Doch zunächst wollte er Arzt werden, arbeitete von Jugend an als Pfleger und im Malteser Hilfsdienst. „Im Lauf des Gymnasiums übernahm ich viele Nachtdienste. Menschen legten mir ihre Lebensgeschichte, im Grunde ihre Lebensbeichte ab, und ich dachte, wenn Du jetzt noch sagen könntest, ,Deine Sünden sind Dir vergeben’, dann wäre diesen Menschen wirklich geholfen.“
Lagleder wurde nicht „Arzt für den Körper“, sondern „Arzt für die Seele“. 1987 ging er nach Südafrika. Heute, mehr als 20 Jahre später, ist er der Aidsbenediktiner aus Mandeni. „Normalerweise spricht man mich als Buschpater an“, meint Lagleder, „um ein anderes lustiges Wort zu bringen“. Doch „Aidsbenediktiner“ sei genehm, denn Aids sei für ihn „eine ganz persönliche Berufung“ geworden.


Kampf den bösen Geistern
Mandeni liegt in der aidsgeplagten Provinz KwaZulu-Natal rund 100 km nördlich von Durban. Zur Pfarrei Pater Gerhards gehören 250.000 Menschen, zumeist Zulu-Afrikaner.
„Ich hatte dann mit sehr vielen kranken Menschen zu tun, mit vernachlässigten Menschen“, berichtet Pater Gerhard von seinen ersten Pfarreijahren und erzählt ein Beispiel: Er brachte die Krankenkommunion zu einer sterbenden Frau, spendete die Sakramente.
„Dann sagte ich zu ihr: Ich bin nicht nur Seelsorger, ich kenne mich auch in der Krankenpflege aus. Was fehlt Ihnen denn? Warum sind sie so schlecht beieinander? Ja, mein Rücken tut mir so weh, sagte die Frau. Ich: Darf ich mir den anschauen? Sie stimmte zu. Der ganze Rücken war völlig wund gelegen so dass man in den offenen Stellen sogar die Knochen sehen konnte. Um Himmels willen, Sie müssen unbedingt zu einem gutem Arzt, meine Reaktion. Sie: Das kann ich mir nicht leisten. Lassen Sie das meine Sorge sein, antwortete ich und habe sie auf meinen Pick-Up auf eine Matratze gelegt und zu einem guten Arzt gebracht. Der war der Pfarrgemeinderatsvorsitzende unserer Kirchengemeinde und hat sie ins Krankenhaus überwiesen. Die Frau starb in der selben Nacht. Und dann sagte der Arzt zu mir: Pater, können wir denn gar nichts unternehmen? So viele Menschen hier sterben an Vernachlässigung. Es gibt so viele Menschen, um die sich kein Mensch zu Hause kümmert.“
Die Tradition der Zulu fällt eigene Diagnosen. Pflege hilft demnach nicht: „Die Menschen gehen bei uns davon aus, dass Krankheit durch Verhexung hervorgerufen ist, durch Verwünschung und Verzauberung. Die Menschen haben also Angst, sich um einen Kranken zu kümmern, weil sie fürchten, dass die bösen Geister ihnen nachstellen, weil sie ihnen scheinbar ins Handwerk pfuschen.“
Die Konsequenz? „Sehr viele Menschen liegen also in ihrer Hütte, in ihren eigenen Fäkalien werden nicht ordentlich gewaschen, kriegen keine ausreichende Nahrung, kriegen ihre Medizin nicht, viele sind dann auch fürchterlich wund gelegen, und so kommen die Patienten dann zu uns.“
Zu uns, das ist das Pflege- und Sozialzentrum Mandeni. Gemeinsam mit Südafrikanern gründete Pater Gerhard Lagleder 1992 die Bruderschaft des Seligen Gérard, benannt nach dem Gründer der Malteser. Die Hilfsorganisation unterhält heute unter anderem ein Hospiz, ein Kinderheim, einen Kindergarten. Die zentrale Aufgabe ist jedoch die Aidsbehandlung mit einem antiretroviralen Therapieprogramm. „Zu Beginn hatten wir etwa zur Hälfte Krebspatienten, zur Hälfte Aidspatienten. Somit wurde dieses Pflegezentrum sehr schnell zum Hospiz. In der Zwischenzeit ist die Aidspandemie in Südafrika so angestiegen, dass wir fast nur noch Aidspatienten haben. Die Menschen werden nicht mehr alt genug, um einen Krebs zu entwickeln. Das heißt, sie sterben schon vorher an Aids.“


„Jungfrauen befreien von HIV“
2003 begann die Malteserbruderschaft mit der Aidstherapie; „notgedrungen“ sagt Pater Gerhard heute mit einem Seitenhieb auf die südafrikanische Regierung: „Zu einer Zeit, als unsere Gesundheitsministerin bei einer Aidskonferenz noch einen Stand mit Knoblauch und Rote Beete aufgebaut hat und sagte, dass die Medizin zu giftig sei. Die Menschen sollten lieber bei der Natur bleiben, dann ginge es ihnen besser.“
Traditionelle Heiler genießen hohes Vertrauen, „isangoma“ heißen sie in Zulu. Krankheiten sind für sie ein Ruf der Vorfahren und bedeuten meist eine Störung im Verhältnis zu den Ahnen. Heilung beginnt in ihrer Vorstellung dann, wenn die Symptome verschwinden. Bei Aids und HIV sind die Folgen dieser Verstrickung in Kult und Aberglaube fatal.
Lagleder: „Eine ganz besonders schlimme Sache ist, dass viele Menschen davon überzeugt sind, dass ein HIV-positiver Mann den Virus losbekommen könnte, wenn er Geschlechtsverkehr mit einer Jungfrau hätte. Doch der Durchschnitts-Zulu beginnt mit etwa zwölf Jahren sexuell aktiv zu sein. Das heißt, sie finden keine Jungfrau mehr über Zwölf. Jetzt werden immer jüngere Frauen und Mädchen vergewaltigt, von Männern, die sich von dem Virus befreien möchten. Ich hatte selbst in meinen eigenen Händen ein neun Monate altes Mädchen, das von ihrem eigenen Vater vergewaltigt wurde. Der Mann ist natürlich später an Aids gestorben. Das Kind leider auch – durch die barbarischen Verletzungen, die das Kind bei dieser Vergewaltigung davongetragen hatte.“
Welche Rolle Gewalt an Kindern bei der Ausbreitung von HIV und Aids spielt, liegt laut Forschern im Dunkeln. Doch die Erfahrungen Lagleders sind nicht von der Hand zu weisen.


Angst vor dem Stigma
Nur zehn Prozent der Menschen in Südafrika hätten Zugang zu HIV-Tests und Behandlung. Das Problem sei keineswegs die Finanzierung oder der Zugang zu Medikamenten, die medizinische Versorgung für Aids-Patienten sei in kirchlichen wie staatlichen Hilfsprogrammen kostenlos, betont der Benediktiner. Doch bekannt zu machen, dass Aidsbehandlung selbstverständlich ist, übersteige die Kräfte, so der Nimmermüde. Die Angst vor Stigmatisierung sei das größte Problem:
„Das heißt, dass der Patient abgestempelt ist und die Leute mit Fingern auf ihn zeigen, oder die Menschen meinen, andere würden mit Fingern auf sie zeigen. Bei unseren extrem hohen HIV-Infektionsraten ist es eigentlich umgekehrt, dass die meisten positiv sind und die wenigsten nicht positiv. Es gäbe also gar keinen Grund, auf jemanden mit dem Finger zu zeigen. Die Menschen haben sehr große Angst, überhaupt zum HIV-Test zu gehen.“
Lagleder und sein Team fahren in die Buschdörfer, bieten anonyme HIV-Tests an und betreiben Aufklärung: über den Krankheitsverlauf ebenso wie über Schutz und Behandlung.


HIV ungleich Aids
HIV steht für „Humanes Immunschwäche-Virus“. Aids ist die Abkürzung für „Erworbenes Immunschwäche-Syndrom“. Die Übertragung von HIV erfolgt durch Blut, Sperma, Vaginalsekret und Muttermilch. Geschlechtsverkehr zwischen Mann und Frau ohne Kondom ist weltweit der häufigste Übertragungsweg, je nach Land und Region liegt die Rate bei 60 bis 85 Prozent. Innerhalb von Stunden dringt das HI-Virus in bestimmte Zellen des menschlichen Immunsystems ein. Betroffen sind vor allem bestimmte Abwehrzellen, die so genannten CD4-Helferzellen. Die Zellen werden umprogrammiert und das Virus vermehrt sich in ihnen, der Körper wird zur Virenfabrik und die Wirtszellen werden zerstört. Beschwerden bestehen in dieser Frühphase zunächst keine, doch die Betroffenen sind und bleiben für den Rest des Lebens ansteckend. Nach einigen Tagen kommt es zur akuten Infektion mit zumeist grippeartigen Symptomen, die häufig nicht mit dem HI-Virus in Verbindung gebracht werden. Es folgen mehrere Jahre ohne Beschwerden, die meisten Betroffenen wissen nicht, dass sie Träger des HI-Virus sind. Mit fortschreitender Zerstörung der Abwehrzellen treten erst nach Jahren vermehrt Krankheiten, schwer behandelbare Infektionen oder Tumore auf. Tuberkulose gehört in wirtschaftlich armen Ländern zu den häufigsten mit dem HI-Virus verbundenen Infektionen. Erst dieses Stadium wird als Aids bezeichnet. Nach neuen afrikanischen Studien sterben Erwachsene durchschnittlich elf Jahre nach der Erstinfektion. Bei Kindern verläuft die Krankheit schneller; 50 Prozent der infizierten Säuglinge sterben in den ersten beiden Lebensjahren. Eine antiretrovirale Therapie verlangsamt die Virusvermehrung im Körper, kann den Ausbruch von Aids also hinauszögern und die Sterblichkeit deutlich verringern.

Angriff auf den Zulu-Kral
Voraussetzung für die Therapie: Die Medikamente müssen für den Rest des Lebens zwei Mal täglich und möglichst immer zur selben Zeit eingenommen werden. Andernfalls mutiert das Virus und wird resistent. Jeder Patient der Aidsklinik in Mandeni durchläuft einen dreiwöchigen Vorbereitungskurs. „Bei Adam und Eva“ fange er an, berichtet Lagleder. Medizinischer Fachjargon helfe nicht, auch keine Statistik, religiöse Vorstellungen und Traditionen schon eher, so der erfahrene Sanitäter. Was ist ein Krankheitskeim, was macht dieser Keim im Körper, welche Nebenwirkungen gibt es? Pater Gerhard erklärt das so: Die CD4-Helferzelle ist ein Zulu-Kral: Der Zellkern die Viehkoppel, die Zellhaut der Zaun um das Anwesen:
„Für den Zulu ist die Viehkoppel ein heiliger Ort. Hier hält er die Opfertiere, mit denen er den Ahnen opfert. Wenn er dies tut, besteht ein Gleichgewicht des Wohlbefindens, das heißt, dann tun ihm die Ahnengeister nichts zu Leide, sondern können dann auch so etwas wie eine Schutzengelfunktion wahrnehmen. Wenn man ihnen richtig opfert, passen sie gut auf. So denken die Leute. Ich sage den Patienten also: Pass auf, dieser Feind will in deine Viehkoppel eindringen, um dort alles durcheinander zu bringen, um deine Opfertiere zu verjagen und um dann in dieser Viehkoppel sich zu vermehren und viele viele mehr dieser Feinde dort zu generieren. Und diese Medizin ist wie ein Wächter, wie ein Polizist. Dieser Wächter wird jetzt vor deiner Viehkoppel aufgestellt. Aber er wird alle zwölf Stunden müde, und alle zwölf Stunden musst du neue Wächter hinschicken. Denn wenn der Wächter müde ist, dann wartet der Feind nur darauf, dass er jetzt in die Viehkoppel eindringen kann.“

150 Euro pro Monat
250 Patienten sind derzeit in Mandeni in Aids-Behandlung. Die Malteserklinik ist Teil des Aidsbehandlungsprogramms der südafrikanischen Bischofskonferenz, sie war die vierte von inzwischen 24. Finanziert wird die Behandlung rein aus Spenden. Einer der größten Geldgeber, so Lagleder, sei die Regierung der USA. Deren Notfallprogramm für Aids-Hilfe in Afrika zahle bislang gut zwei Drittel der Behandlungskosten. Weitere Geldgeber und Spendenaktionen seien nötig, das US-Hilfsprogramm werde „nicht bis in Ewigkeit. Amen“ bestehen. Die Behandlungskosten eines Patienten beziffert Pater Gerhard auf etwa 150 Euro pro Monat - Vorbereitung, Personalkosten, Bluttests, Medikamente und medizinische wie therapeutische Nachbehandlung eingeschlossen.
150 Euro. Ohne die katholische Morallehre in Frage zu stellen, eine provokante Bemerkung sei erlaubt: Das Kondom wäre billiger. Die Lösung bringt es aber nicht. Und zwar aus vielerlei Gründen.
„Das Kondom ist ein Riesenproblem. Natürlich hilft ein Kondom, das ist ist überhaupt keine Frage. Wenn Sie in den Regen hinausgehen, dann haben Sie einen gewissen Schutz, wenn Sie einen Regenschirm verwenden.“
Tonnenweise werden Kondome unters Volk geworfen, „wenn ich es so plakativ sagen darf“, konstatiert Lagleder. In jedem öffentlichen Gebäude seien Präservative frei zugänglich, doch der Zulu lehne sie völlig ab. Zum einen wollten die Menschen möglichst viele Kinder haben, um ihre Fertilität beweisen zu können. Zum anderen seien Kinder in den Augen der Menschen eine Altersvorsorge, und auch hedonistische Gründe spielten eine Rolle.
 
Relikt der Apartheid
Und schließlich: Das Kondom ist ein Werk der Weißen und allein deshalb ein großes Problem. Pater Gerhard sagt nach mehr als 20 Jahren in Südafrika „ganz überzeichnet“:
„Selbst wenn ich als Priester mit meinem Hemd mit Priesterkragen zu dem Patienten hingehen würde und ihm sagen: Bitte verwende dieses Kondom. Dann würde der sich umdrehen, mir einen Tritt ins Gesäß geben und sagen: Du dummer Weißer, Du willst nur uns Schwarze dezimieren mit deinen Parolen zur Enthaltsamkeit. Du willst uns das Kondom geben, damit wir keine Kinder bekommen und damit du Weißer und ihr Weißen, damit ihr eure Übermachtstellung ausbauen und uns Schwarze niedrig halten könnt.“
 
Kampf gegen Windmühlen
In Mandeni setzt der Aidsbenediktiner Gerhard Lagleder darauf, „die Wahrheit zu sagen“. „Die Wahrheit ist: Es gibt ein ganz sicheres Mittel und das ist Enthaltsamkeit. Natürlich kämpft man sozusagen gegen Windmühlen, aber das hat Jesus auch gemacht. Er hat auch gegen Windmühlen gekämpft und hat aber so viele Siege dabei davongetragen…“
(rv 27.08.2009 bp)

Schilder von Botschaften verschiedener Länder beim Vatikan und beim Malteserorden:

Argentinien, Slowenien, Brasilien, Spanien


Erste Hilfe Station des Malteserordens am Petersplatz


Schweizer Gardisten


Die "Wohnung" des Heiligen Vaters


Der Petersdom:


Die Heilige Pforte, die nur während eines Heiligen Jahres, d.h. alle 25 Jahre, geöffnet wird (zuletzt im Jahr 2000)


Das Petrusgrab


Papstgräber: Johannes XXIII, Paul VI, Johannes Paul I, Johannes Paul II


Michelangelos Pieta


Das Deutsche Kolleg im Vatikan "Campo Santo Teutonico"


Nach dem Abendessen 28. Juli 2009:

Besuch der Erzabtei Monte Cassino:


Statue: Der Tod des Hl. Benedikt




"Grab" des Hl. Benedikt (enthält Reliquien des Hl. Benedikt)


"Ordo Hierosolymitanus", der Orden von Jerusalem und andere Orden als "Tochtergründungen" des Benediktinerordens.


Krypta



Besuch der Erzabtei Subiaco:


"Sacro Speco", die Heilige Grotte


Besuch der Abtei St. Paul vor den Mauern in Rom:



Paulus-Grab

Papst-Medaillons


Zurück in Sant Anselmo

29. Juli 2009:


Der Heilige Vater Benedikt (Statue rechts) und einer seiner monastischen Söhne (links) in Sant Anselmo


Die Spanische Treppe


Tiber und PetersdomBesuch der Vatikanischen Museen:


Ägyptische Mumie und Ägyptische Sammlung mit Keilschrift-Platte

Saal der Landkarten:

Malta-Karten (mit Darstellung der "Großen Belagerung" von 1565)


Die Schlacht von Lepanto 1571

Die Sixtinische Kapelle:



Goldene Rose


Missale Buchdeckel


Vatikanflagge, die bei der Mondlandung von Apollo 11 mitgeführt und zurückgebracht wurde.


Blick in die Vatikanischen Gärten


Martyrium des Hl. Clemens


Blick zum Petersdom

30. Juli 2009:
San Clemente


St. Johannes im Lateran:


Santa Maria Maggiore:


Villa Malta auf dem Aventin:



Botschaft des Souveränen Malteser-Ritterordens beim Heiligen Stuhl


Großpriorat von Rom


Unsere Liebe Frau von Phileremos


Ordenskirche auf dem Aventin


Joachim Ferdinand Kardinal Portocarrero


Im Garten


Wappengalerie


Türschilder mit Namen von Seligen des Ordens




Sant Anselmo


Basilika der Hl. Maria bei den Märtyrern (Pantheon)


Ein "klassischer" Römer (bis auf die Plastikflasche) und ein nicht klassischer Römer


Trevibrunnen


"Varietas delectat": Eindrücke von Andenkenständen

 
Eine Damengruppe aus Portugal singt und tanzt vor dem Pantheon


Beim "wohlverdienten" Abendessen

31. Juli 2009:

Abschied von Abtprimas Dr. Notker Wolf OSB

Rückfahrt über Siena:

Dom:




St. Katharina von Siena


Abendessen in Sterzing

1. August 2009:
Zurück in Traunstein:

St. Oswald, die Primizkirche von Papst Benedikt XVI


Bei den Maltesern


Abschied von Traunstein

2. August 2009:

Besuch bei Pfarrer Johann Schottenhammel in Regenstauf


Besuch bei Pfarrer Georg Weinzierl in Steinbach

4. August 2009:

21:30 Uhr: Abschied am Franz-Josef-Strauß-Flughafen in München

5. August 2009:

8:54 Uhr: Landeanflug auf Johannesburg


12:24 Uhr: Gelandet in Durban


12:32 Uhr: Warten aufs Gepäck in Durban


16:08 Uhr: Meine Schwester Mechthilde ist mit mir nach Südafrika geflogen und wird von Kindern des Blessed Gérard's Kinderheimes begrüßt


19:55 Uhr: Wieder daheim in Mandeni


20:09 Uhr: Meine Schwester Mechthilde im Kreis "meiner" Kinder

Diese Seite wurde zuletzt am 18-05-2016 11:11:00 aktualisiert.